Wann ist Paartherapie sinnvoll?

Eigentlich läuft es doch gar nicht so schlecht. Oder?

Sie streiten. Immer mal wieder.
Über Kleinigkeiten. Über die Kinder. Über Geld. Über Sex. Über seine Mutter. Über ihre Art, Dinge anzusprechen. Und darüber, dass der andere immer alles falsch versteht.

Danach ist wieder Frieden.

Bis zum nächsten Mal.

Und irgendwann kommt der Gedanke:
„Vielleicht sollten wir mal eine Paartherapie machen.“

Und gleich danach der zweite:
„Aber so schlimm ist es doch noch gar nicht. Wir bekommen das schon hin!“

Genau da lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Paartherapie muss nicht erst beginnen, wenn die Hütte brennt

Viele Paare kommen erst dann in eine Paartherapie, wenn sich über Jahre Frust, Verletzungen und Rückzug angesammelt haben.

Dabei muss eine Beziehung nicht kurz vor dem Aus stehen, damit Paartherapie sinnvoll ist.

Manchmal reicht schon das Gefühl:

„Wir kommen alleine nicht mehr weiter.“

Denn häufig geht es gar nicht darum, wer Recht hat.
Sondern darum, dass ein Paar in einer Schleife feststeckt, aus der es alleine nicht mehr herauskommt.

Einer sucht Nähe – der andere geht auf Abstand.
Einer möchte reden – der andere macht dicht.
Einer kritisiert – der andere verteidigt sich.

Und irgendwann sitzen beide mit dem Gefühl da:

„Der andere versteht mich einfach nicht.“

Dabei wollen oft beide dasselbe: wieder Verbindung.

7 Zeichen, dass Paartherapie sinnvoll sein könnte

1. Sie führen immer wieder denselben Streit

Der Anlass ist jedes Mal ein anderer. Das Muster bleibt dasselbe.

Sie reden über den Abwasch und landen nach zehn Minuten bei der Hochzeit von 2012.

Oder bei dem, was damals gesagt wurde.

Oder bei dem, was nie gesagt wurde.

Wenn sich Konflikte im Kreis drehen und Sie trotz vieler Gespräche nicht weiterkommen, kann ein Blick von außen sehr hilfreich sein.

2. Sie reden viel – aber Sie erreichen einander nicht mehr

Man kann miteinander sprechen und sich trotzdem nicht begegnen.

Dann werden Gespräche schnell zu Verhandlungen, Rechtfertigungen oder Gegendarstellungen.

„Das habe ich doch gar nicht so gemeint.“

„Doch, genau das hast du gesagt.“

„Aber du machst das doch auch!“

Und schon ist man wieder mitten im alten Film.

Paartherapie kann helfen, aus dem Wer-hat-recht-Modus wieder in einen echten Austausch zu kommen.

3. Nähe und Sexualität sind schwierig geworden

Manchmal verschwindet die körperliche Nähe langsam.

Manchmal gibt es kaum noch Sex.

Manchmal gibt es Sex, aber keine wirkliche Nähe.

Und manchmal ist genau das Gegenteil das Problem: Einer möchte mehr, der andere fühlt sich unter Druck.

Sexualität ist häufig nicht das eigentliche Problem, sondern ein ziemlich empfindliches Brennglas für das, was in der Beziehung ohnehin gerade passiert.

Darüber zu sprechen, braucht manchmal einen geschützten Raum.

4. Einer von Ihnen denkt schon über Trennung nach

Auch dafür muss eine Paartherapie nicht zu spät sein.

Im Gegenteil.

Wenn einer sagt:

„Ich weiß nicht, ob ich diese Beziehung noch will.“

kann es sinnvoll sein, gemeinsam herauszufinden, was eigentlich verloren gegangen ist – und ob und wie es wiedergefunden werden kann.

Paartherapie bedeutet nicht automatisch: Wir müssen zusammenbleiben.

Sie bedeutet zunächst einmal:

Wir schauen ehrlich hin.

5. Sie haben eigentlich viel, was Sie miteinander verbindet – und trotzdem funktioniert es gerade nicht

Manchmal gibt es Liebe, gemeinsame Geschichte, Familie, Humor, gemeinsame Werte und viele gute Erinnerungen.

Und trotzdem ist da inzwischen so viel Verletzung oder Distanz, dass das Gute kaum noch erreichbar ist.

Dann kann es helfen, nicht nur auf das zu schauen, was nicht funktioniert, sondern auch wieder sichtbar zu machen, was einmal verbunden hat und heute noch trägt.

6. Eine große Veränderung steht bevor

Kinder ziehen aus.
Eine Affäre ist passiert.
Ein Job verändert sich.
Die Rente kommt.
Oder plötzlich ist da viel mehr Zeit füreinander als früher.

Auch positive Veränderungen können eine Beziehung ordentlich durchschütteln.

Denn Beziehungen müssen sich immer wieder neu organisieren.

7. Sie wünschen sich eigentlich wieder ein „Wir“

Vielleicht ist das der wichtigste Punkt.

Sie möchten nicht nur weniger streiten.

Sie möchten wieder miteinander lachen.
Sich anschauen.
Sich berühren.
Miteinander reden, ohne sofort in alte Muster zu rutschen.

Vielleicht möchten Sie wieder das Gefühl haben:

Da ist jemand an meiner Seite. Wir sind ein Team.

Dann kann es sich lohnen, nicht noch ein halbes Jahr darauf zu warten, dass es von alleine besser wird.

Noch keine Paartherapie? Vielleicht ist ein Beziehungstüv genau das Richtige.

Sie denken beim Lesen: So ein bisschen kommt uns das bekannt vor. Aber Paartherapie? Muss es denn gleich so weit sein?

Nein.

Deshalb habe ich den Beziehungs-TÜV entwickelt: einen Check-up für Ihre Beziehung.

Wie beim Auto muss man auch bei einer Beziehung nicht warten, bis die Warnleuchte blinkt und der Motor qualmt.

Der Beziehungs-TÜV lädt Sie ein, einmal gemeinsam hinzuschauen:

Was läuft bei uns eigentlich gut? Wo knirscht es? Was wünschen wir uns voneinander? Und worum sollten wir uns vielleicht kümmern, bevor aus einer kleinen Baustelle eine Großbaustelle wird?

Das kann ein guter erster Schritt sein – gerade für Paare, die noch nicht wissen, ob sie überhaupt eine Paartherapie brauchen.

Hier geht`s zum Beziehungs-TÜV

Und wann ist Paartherapie nicht sinnvoll?

Auch das gehört zur Ehrlichkeit.

Eine Paartherapie kann kein Patentrezept sein. Und sie kann niemanden dazu bringen, eine Beziehung zu wollen, wenn diese Entscheidung bereits gefallen ist.

Aber selbst dann kann ein gemeinsames Gespräch hilfreich sein – zum Beispiel, wenn es darum geht, eine Trennung respektvoll zu gestalten, Verletzungen zu verstehen oder als Eltern weiterhin gut miteinander umzugehen.

Sie müssen nicht erst wissen, was Sie wollen

Das ist vielleicht die größte Hürde:

Viele Paare denken, sie müssten vor dem ersten Termin bereits wissen, ob sie bleiben oder gehen wollen.

Müssen sie nicht.

Sie müssen auch nicht wissen, wer schuld ist.

Und Sie müssen schon gar nicht wissen, wie man eine Paartherapie „richtig“ macht.

Sie dürfen einfach mit dem kommen, was gerade da ist.

Vielleicht ist es nur dieses Gefühl: So wie bisher können wir nicht weitermachen.

Das reicht für einen Anfang.

Wenn Sie sich fragen, ob Paartherapie für Sie sinnvoll sein könnte

In einem unverbindlichen Kennenlerngespräch können wir gemeinsam schauen, worum es bei Ihnen gerade geht und ob meine Begleitung zu Ihnen passt.

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